Richard Avedon

Richard Avedon - Wandbilder und Porträts.Richard Avedon: Wandbilder und Porträts
im Museum Brandhorst

Richard Avedon (1923- 2004) gilt als einer der bedeutendsten und einflussreichsten Modefotografen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Von 1945-65 arbeitete er für »Harper’s Bazaar« und wirkte mit seinen überaus lebendigen Inszenierungen der wichtigsten Modetrends jener Zeit von Anfang an stilprägend. 1966 wechselte er zu »Vogue« und blieb in leitender Funktion bis 1990 der Zeitschrift verbunden. Von 1980 an gestaltete er die jährlichen Werbekampagnen für Gianni Versace, ab 1985 arbeitete er für die französische Zeitschrift »Egoïste«, ab 1992 außerdem für »The New Yorker«.
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Richard Avedon: Wandbilder und Porträts

Neben der reinen Modefotografie, die die finanzielle Basis seines Wirkens garantierte, war es Avedons Aufgabe, für Reportagen oder Berichte über bedeutende Persönlichkeiten Porträts von ihnen zu machen. Ein weites Panorama der kulturellen und politischen Eliten Amerikas ist auf diese Weise entstanden. Ganz früh interessierte er sich für das anonyme Leben auf den Straßen Süditaliens oder New Yorks. In den reportageartigen Serien, die jahrzehntelang nicht veröffentlicht wurden, manifestiert sich Avedons soziales Interesse, das ihn dazu führte, sich in den 60er Jahren auf Seiten der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung zu engagieren.

Politisch aufgeklärt und liberal eingestellt, begann er zwischen 1969 und 1971 vor dem Hintergrund der sozialen und politischen Unruhen und Veränderungen in den USA vier große fotografische Wandbilder zu schaffen, die in der Geschichte des Mediums von herausragender Bedeutung sind. Auf den zwischen sechseinhalb und zehn Meter breiten und zweieinhalb bis über drei Meter hohen Darstellungen sind die Gestalten teilweise überlebensgroß und in frontaler Position vor weißem Hintergrund nebeneinander aufgereiht. Es sind schattenlose Schwarzweißbilder von rigoroser Klarheit und einer extremen Sachlichkeit, die scheinbar die ästhetische Autonomie der Werke unterlaufen, so dass sie nicht sofort als Kunst wahrgenommen werden. Ihre eminente Wirkung resultiert vor allem aus der Intensität der unmittelbaren Konfrontation des Betrachters mit diesen Fotografien bzw. den dargestellten Personen.

Das Projekt des Museums Brandhorst hat einen besonderen Anlass. Erstmals werden diejenigen Werke Avedons der Öffentlichkeit vorgestellt, die Eigentum der Udo und Anette Brandhorst Stiftung sind. Abgesehen von dem Wandbild »The Mission Council« sind es über dreißig Porträts und Fotos aus der Serie »In the American West«. Hinzu kommen einige Leihgaben aus Privatbesitz, während alle anderen Arbeiten von der Richard Avedon Foundation, New York, zur Verfügung gestellt werden. Ohne deren große Unterstützung hätte sich das Projekt nicht realisieren lassen. Überdies war die Gagosian Gallery bei Organisation und Einrichtung der Ausstellung in München behilflich.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog, der die gezeigten Werke abbildet. Der im Hirmer Verlag erscheinende Band enthält verschiedene Essais, u.a. von Bob Rubin, William Shawcross, Paul Roth, die einzelne Aspekte des Œuvres erläutern. Er ist zum Preis von 39,00 Euro an der Museumskasse erhältlich.
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Text: Presseabteilung der Pinakotheken
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Richard Avedon - Wandbilder und Porträts.Richard Avedon
Wandbilder und Porträts

Alle Welt kennt Richard Avedon (1923–2004) als hochkarätigen Modefotografen. Doch verstand er sich immer auch als freier, aufgeklärter Künstler, der sich mit großer Hingabe der Porträtfotografie verpflichtete. Abseits der Modewelt schuf Avedon ein OEuvre von epochalem Rang, das einfühlsam und entlarvend zweierlei festhält: die Elite Amerikas und ihr Gegenteil.

Zwischen 1969 und 1971 schuf Avedon vier monumentale, vielfigurige Wandbilder mit Porträts von Aktivisten der Friedens- und Bürgerrechtsbewegung, Allen Ginsbergs Familie, Andy Warhols Factory und Funktionären des Vietnamkriegs. Exemplarisch stehen sie für die zentralen Themen in Avedons Porträtwerk. Seine Empathie, sein Blick für das Unverwechselbare sowie sein politisches und soziales Engagement kennzeichnen auch Avedons Bücher Observations, Nothing Personal und In the American West. Bildnisse von Künstlern, Bürgerrechtlern, Farmern und Arbeitern, aber auch erschütternde Aufnahmen aus der Psychatrie spiegeln hier ungeschminkt das Spektrum menschlichen Seins.
(Text: Hirmer-Verlag)
http://www.hirmerverlag.de/de/titel-45-45/richard_avedon-1116

Richard Avedon - Wandbilder und Porträts.
Richard Avedon – Wandbilder und Porträts.

Richard Avedon:
Wandbilder und Porträts

mit Beiträgen von L. Menand, P. Roth, B. Rubin, W. Shawcross, A. Zweite
Hirmer; Auflage: 1 (Juli 2014)
262 Seiten, 87 Tafeln und 38 Abbildungen in Duplex, 4 Klapptafeln im Überformat, 26 × 32 cm, Leinen mit Etikettierung
ISBN 978-3777422848, 59,00 Euro
Erste deutschsprachige Publikation von Avedons Wandbildern
Hochwertige Ausstattung mit vier aufwendigen Klapptafeln und Abbildungen in Duplex

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