Herlinde Koelbl

22.02.-02.04.2018 Stille Post #stillepost
Fotografien von Herlinde Koelbl über das Hören und Verstehen
Forumsausstellung im Museum für Kommunikation Frankfurt
In ihrem Fotoprojekt »Stille Post. Hören und Verstehen« hat Herlinde Koelbl die intimen Momente des Flüsterns und Lauschens mit ihrer Kamera festgehalten.
http://www.mfk-frankfurt.de/stille-post

Herlinde Koelbl: Stille Post

#stillepost
Die renommierte Fotografin brachte dazu 28 ungleiche Paare im Studio zusammen: Frauen, Männer und Kinder aus 16 Nationen, fünf verschiedenen Kontinenten und jeden Alters – darunter auch Prominente wie die Schauspielerin Sunnyi Melles, der Barbesitzer Charles Schumann oder die Moderatorin Amelie Fried. Sie alle flüstern einander Botschaften zu. Dabei versteht jeder etwas anderes und entscheidet individuell, wie er das Gehörte interpretiert und weitergibt.

Auch wenn uns als Beobachtende der Inhalt verborgen bleibt: Die in den Schwarz-Weiß-Fotografien dokumentierten Begegnungen offenbaren Vertrauen, das Sprachbarrieren überwindet, kulturelle Unterschiede aufhebt und eine Kette des Verstehens bildet.

Herlinde Koelbls großformatige Schwarz-Weiß-Fotografien zeigen, wie sich zunächst fremde Menschen – sie stammen unter anderem aus Australien, Mauritius, Schweden oder Tansania – über das Zuhören und Weitergabe des Gehörten plötzlich nahe kommen und miteinander in einen intimen Kontakt treten. Beim Flüstern, lauschen, kichern, witzeln oder nachdenken bauen sie eine Beziehung auf und überwinden die gegenseitige Fremdheit ein Stück weit.

Alle Teilnehmer sind zweimal zu sehen: einmal im Profil, wenn sie flüstern. Danach sehen wir ihnen direkt ins Gesicht, wenn sie zuhören.

Alle Teilnehmer sind zweimal zu sehen: einmal im Profil, wenn sie flüstern. Danach sehen wir ihnen direkt ins Gesicht, wenn sie zuhören.

„Beim Fotografieren war es für mich interessant, zu sehen, wie sich manchmal der Gesichtsausdruck veränderte, wenn sich die Menschen vom „Zugeflüsterten“ zum Flüsterer verwandelten. Denn einmal waren sie passiv, dann aktiv“, schildert Koelbl.

Die Bilderserie war ein Beitrag gegen Fremdenfeindlichkeit und Rechtsradikalismus für den Münchner Verein Lichterkette e.V., der in München seit 1992 Aktionen gegen Fremdenhass initiiert.

http://www.mfk-frankfurt.de/stille-post

Museum für Kommunikation Frankfurt
Schaumainkai 53 (Museumsufer)
60596 Frankfurt am Main
http://www.mfk-frankfurt.de


Das Buch: Stille Post

Herlinde Koelbl:
Stille Post

Verlagstext: »Mit ihrem interkulturellen Fotoprojekt hat Herlinde Koelbl die intimen Momente des Flüsterns und Lauschens mit ihrer Kamera festgehalten. (… ) Sie alle flüstern einander Botschaften zu. Dabei versteht jeder etwas anderes und entscheidet individuell, wie er das Gehörte interpretiert und weitergibt. Auch wenn uns als Betrachtern der Inhalt verborgen bleibt: Die in den Schwarz-Weiß-Fotografien dokumentierten Begegnungen offenbaren Vertrauen, das jegliche Sprachbarriere überwindet, kulturelle Unterschiede aufhebt und eine Kette des Verstehens bildet.«
ISBN 978-3-944874-67-8, 76 Seiten
Verlag: Sieveking Verlag (1. Juli 2017)
Literarische Gattung: Geschenkbuch (DNB)
mehr zum Buch bei Amazon.de
mehr zum Buch beim Sieveking-Verlag


Herlinde Koelbl

Herlinde Koelbl ist seit rund 40 Jahren als Fotografin und Dokumentarfilmerin tätig. Mit ihren Arbeiten über deutsche Wohnzimmer, mächtige Persönlichkeiten und starke Frauen hat sie sich der Fachwelt und beim Publikum im In- und Ausland einen Namen gemacht. Ihr größtes und bekanntestes Langzeitprojekt ist „Spuren der Macht – Die Verwandlung der Menschen durch das Amt“, das 1999 als Bildband erschien. Hier porträtiert sie unter anderem den Wandel von Politpersönlichkeiten und Topmanagern.
http://www.herlindekoelbl.com

»Man muss wie ein Seismograf für Stimmungen sein«
Herlinde Koelbl im Corsogespräch mit Adalbert Siniawski,
Deutschlandfunk 16.02.2018
http://www.deutschlandfunk.de/fotokuenstlerin-herlinde-koelbl-man-muss-wie-ein-seismograf.807.de.html?dram:article_id=410957


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