Doppelseite in Jacqueline Hassink: View, Kyoto - On Japanese Gardens and Temples

Wolfgang Tillmans

Wolfgang TillmansTheodora Vischer und Wolfgang Tillmans:
Wolfgang Tillmans

Hatje Cantz Verlag 2017
»Bekannt wurde Wolfgang Tillmans in den frühen 1990er-Jahren mit heute ikonischen Bildern über das Lebensgefühl einer ganzen Generation. Doch schon bald erweiterte er den Fokus und experimentierte vermehrt mit abstrakten Fotografien. Diese umfassende Werkübersicht zeigt, dass in den Arbeiten von Tillmans nicht die Fotografie im klassischen Sinn im Vordergrund steht, sondern das Schaffen von Bildern.« (Verlagstext)
304 Seiten, 383 Abb., 58,00 Euro
ISBN 9783775743280

Basel bis 01.10.2017 Ausstellung
Das Katalogbuch erscheint anlässlich einer umfassenden Ausstellung von Tillmans’ Werk in der Basler Fondation Beyeler, Basel
Am 07.09.2017 spricht Wolfgang Tillmans dort im Rahmen der »Artist Talks«.
https://www.fondationbeyeler.ch/tillmans

Die Erfindung der Pressefotografie

Aus der Sammlung Ullstein 1894–1945
Die Erfindung der PressefotografieDer Ausstellungs-Katalog »Die Erfindung der Pressefotografie. Aus der Sammlung Ullstein 1894–1945« dokumentiert die Entstehung des neuen Mediums der illustrierten Presse. Ein Medium, das Sehgewohnheiten prägte und stellvertretend für die Herausbildung des deutschen Fotojournalismus steht.
Herausgeber Deutsches Historisches Museum, Axel Springer Syndication. Texte von Katrin Bomhoff, Konrad Dussel, Anton Holzer, Patrick Rössler, Annette Vowinckel
Hatje Cantz Verlag, Juni 2017
208 Seiten, 200 Abb., 28,00 EUR
ISBN 9783775743242
mehr zum Buch bei Amazon.de
mehr zum Buch beim Hatje Cantz Verlag

Berlin 23.06.-31.10.2017 Fotoausstellung im DHM:
Die Erfindung der Pressefotografie
Aus der Sammlung Ullstein 1894-1945

Eine gemeinsame Ausstellung von ullstein bild / Axel Springer Syndication GmbH und dem Deutschen Historischen Museum
https://www.dhm.de/ausstellungen/
die-erfindung-der-pressefotografie.html

Samuel Zuder: Tibet

Samuel Zuder: Face to Faith | Mount Kailash | Tibet, 2016Samuel Zuder:
Face to Faith |
Mount Kailash | Tibet

Analoge Großformatfotografie in unwirtlicher Landschaft – monumentale Bergundtalstücke im Wechsel mit augustsanderigen Portraits von farbenfrohen Pilgern – das ruft nach ganz großem Buchkino!

Und so hat der HatjeCantz-Verlag an nichts gespart: Zwischenblätter mit reichlich Weißraum um besinnliche Zitate (Laotse, Schopenhauer, buddhistische Weisheiten …) und ganz vorne acht kryptisch bedruckte transparente Seiten, die man heraustrennen soll, um mit ihnen als Schablonen die absichtsvoll verstümmelten Bildlegenden in den folgenden acht Kapiteln entziffern zu können – Abenteuerspielbuchkultur.

Diese verlagsseitig vorgeschlagene Beschädigung des Prachtbandes – ein aparter Beitrag zur Obsoleszenz ! – sollte der geneigte Leser unterlassen, denn das Buch hat auf den Seiten 190 und 191 ein ordentliches Bildverzeichnis, in dem zu jedem Portrait Name, Alter, Herkunft und die Anzahl der persönlichen Pilgerrunden vermerkt sind und bei den Landschaftsaufnahmen zum Ortsnamen die jeweiligen Höhen-, Breiten- und Längengrade.

Atemberaubende Fotografien vom Nabel der Welt
Text des Hatjecantz-Verlags zum Buch: »2012 unternahm Samuel Zuder (*1965) eine Reise zu einem der faszinierendsten Orte der Welt. Der Legende nach wurde er von niemandem bis auf Yogi Milarepa im 12. Jahrhundert jemals bestiegen, wenngleich von Abertausenden Pilgern umrundet: Der Mount Kailash, der wegen seiner außergewöhnlichen symmetrischen Form auch »Juwel des Schnees« genannt wird, liegt inmitten der Gesteinswüste der tibetischen Changtang-Hochebene. Verehrt von gleich vier Glaubensrichtungen – Hindusimus, Buddhismus, Jainismus und Böns –, ist er das Sujet des Fotografen, der die Anziehungskraft dieses Ortes – sein Versprechen von Glück und Erleuchtung – in Bilder bannt. Über mehrere Wochen begleitete Zuder mit einer analogen Großformat-Kamera die Wallfahrer auf ihrem rund 53 Kilometer langen Pfad um den Berg, den sie alle als Ursprung der Welt betrachten. Die stille Erhabenheit des Mount Kailash spiegelt sich nicht nur in den beeindruckenden Landschaftsaufnahmen, sondern auch in den Gesichtern der Menschen auf diesem Weg wider.«
http://www.hatjecantz.de/samuel-zuder-6755-0.html

Wenn der Berg ruft
Letzter Absatz aus dem Geleitwort von Peter Lindhorst:
»… In diesem Moment erhalten wir als Außenstehende eine Ahnung, weshalb es sich lohnen könnte, eine solch lange, unkalkulierbare Reise auf sich zu nehmen und dem Ruf des Berges zu folgen. Doch darüber hinaus gibt es noch etwas. Verwundert sind wir über die Möglichkeit der Fotografie, die in uns etwas zu entfachen vermag, was sich wie eine tiefe, unbestimmbare Sehnsucht anfühlt. In ähnlicher Weise, wie die Pilger ganz bei sich sind, fokussieren auch wir uns, um schließlich den Landschaften und Porträts, die sich gegen die Flüchtigkeit des Betrachtens sperren, vollständig zu erliegen. Es ist nicht ausschließlich der Literatur vorbehalten, uns zu verzaubern. Die Fotografie von Samuel Zuder birgt diese wundervolle Kraft.« (Seite 187)
Schön, diese Fundsache von der Buchmesse 2016!
https://www.amazon.de/review/
R3V6BFA0PXWT9R/ref=cm_rv_eml_rv0_rv

Hassink: View, Kyoto

Jacqueline Hassink: View, Kyoto Jacqueline Hassink:
View, Kyoto
On Japanese Gardens and Temples

Kunstvoll abstrahierte Naturbilder aus den Klostergärten von Kyoto
Texte von Jacqueline Hassink, Interview von Gert van Tonder
Hatje Cantz 2014
978-3-7757-3910-8
68,00 Euro, 204 Seiten, 311 Abb.
ISBN 978-3-7757-3910-8

Der Bildband von Jacqueline Hassink wurde beim Deutschen Fotobuchpreis 2015 mit einer Silber-Plakette in der Kategorie »Coffee Table Books« ausgezeichnet. Die Begründung der Jury, verfasst von Jurymitglied Andreas Langen, beschreibt das Werk und seinen Entstehungsprozess sehr anschaulich:

»Das Thema dieses Buches sind Tempelgärten in Kyoto. Kyoto war 1.000 Jahre lang die Hauptstadt Japans, hat heute etwa 1.600 buddhistische Tempel, und zu jedem gehört ein Garten. Deren Gestaltung und Pflege sind religiöse Verrichtungen, das Harken, Fegen und Gießen Formen meditativer Übung. Der Saiho-ji-Garten etwa existiert seit über 1.200 Jahren, enthält etwa 120 Arten von Moos und gilt als Versinnbildlichung des Paradieses. Solche heiligen Orte sind normalerweise selbst für Gläubige Einheimische off limits – betrachten ja, betreten nein. Die holländische Künstlerin Jacqueline Hassink hat daher viele Jahre und viele Unterstützer gebraucht, um zu diesen Bildern zu gelangen. Ein besonders schöner Teil ihres Buches zeigt die Reproduktionen von Reisenotizen und Skizzenbüchern.
Irgendwann aber war Vertrauen gewachsen, und Hassink durfte sich in den Klöstern frei bewegen, um ihre Kamerastandpunkte zu finden. Als Bildhauerin interessiert sie sich natürlich sehr für Raumwirkungen, veränderte durchs Verschieben der Papier-Wände die Architekturen, aber neben solchen formalen Aspekten ist vor allem die inhaltliche Seite ihres Projektes faszinierend. Denn hier schaut ja eine Europäerin auf japanische Religion, und wir über ihre Schulter. Wir schauen mit Jacqueline Hassink in flache, ungeheizte Holzpavillons, die so alt sind wie unsere gotischen Kathedralen. In diesen Tempeln herrscht eine beeindruckende Klarheit und Strenge. Alle Maße sind abgeleitet von den Größenverhältnissen der Tatami-Matten, die den Boden bedecken, und die ihrerseits Proportionen des menschlichen Körpers abbilden. Gongs und Wassertropfen sind die einzigen künstlichen Klangquellen, die Wände bestehen aus Papier und sind sommers wie winters geöffnet hin zum Garten. Der Gläubige schaut hier auf Felsen, Borken, Kirschblüten und Wasserflächen. Diese Sphäre der geordneten, harmonisierten, aber auch lebendigen Natur steht für das Göttliche, für Buddha – während die überdachte Zone des Tempelgebäudes das Reich des Menschlichen symbolisiert. Und die Wände der Tempel sind vor allem deswegen offen, weil die buddhistische Praxis das Menschliche und das Göttliche vereinen möchte. Diese Einheit ist das große Ziel, wie auch der Kloster-Vorsteher Kouzen Fuji in einem Interview sagt: ›Jeder Grashalm, jeder Baum, wir selber, die ganze Welt – alles ist Buddha! ‹Große Worte, und ein lebenslanger Weg der Übung, sagen die Buddhisten. Aber auch langen Atem lehren ja die Gärten, wie ein anderer Gesprächspartner zu Hassink sagte, als sie nach knapp 15 Jahren Recherchen von einer besonderen Form der Meditation schwärmte, die sie noch nicht erlebt hatte: ›In Kyoto brauchst du einfach nur Geduld. In ein oder zwei Dekaden wird es passieren, du wirst schon sehen!‹
In diesem Sinne: Gelassenheit und weiteres Gelingen wünschen wir und herzlichen Glückwunsch an Jacqueline Hassink.«

Doppelseite in Jacqueline Hassink: View, Kyoto - On Japanese Gardens and Temples
Doppelseite in Jacqueline Hassink: View, Kyoto – On Japanese Gardens and Temples

Verlagsinformation zum Buch:
»Fasziniert von jahrhundertealten, buddhistischen Tempelanlagen in Kyoto, begann die holländische Fotokünstlerin Jacqueline Hassink (*1966 in Enschede) mit einer mehrteiligen, verführerisch schönen Serie, in der sie beleuchtet, wie sich in diesen Architekturen Innen- und Außenraum durchdringen oder gegenüberstehen. Sie fotografierte aus den Bauten hinaus ins Freie, in die umgebenden traditionellen japanischen Gärten, und gab beiden Bereichen dabei dasselbe Gewicht. In zwei der Tempel erlaubte man ihr trennende Schiebewände aus Papier zu verschieben und so neue, riesige Raumgebilde zu schaffen.

Ein weiterer Schwerpunkt der Serie sind die Moosgärten von Saiho-ji und die Kirschblüten in Haradani-in. Deren sich mit den Jahreszeiten wandelnde Ansichten – Hassink nennt sie »lebende Skulpturen« – entsprechen der japanischen Ästhetik, die in gestalteten Gärten sowohl ein künstliches Abbild der Natur als auch Repräsentationen des Paradieses erkennt.«

Doppelseite in Jacqueline Hassink: View, Kyoto - On Japanese Gardens and Temples
Doppelseite in Jacqueline Hassink: View, Kyoto – On Japanese Gardens and Temples

The Helsinki School: Elina Brotherus

Elina Brotherus (*1972) ist Foto- und Videokünstlerin. In ihren frühen Arbeiten befasste sie sich mit subjektiven und doch universellen Erfahrungen, wie der Präsenz und dem Fehlen von Liebe. In ihrer Serie »The New Painting« (2000–2005) untersuchte Brotherus das Verhältnis der Fotografie zur Kunstgeschichte und fand Inspiration in der Ikonographie der klassischen Malerei. In »Model Studies« (2002–2008) und »Artist and her Model« (2005–2011) erkundete sie die menschliche Figur in der Landschaft und den Blick des Künstlers auf sein Modell.

In ihren jüngsten Arbeiten »12 ans après« (2011–2012) und »Annonciation« (2009–2013) kehrt sie zu dem autobiographischen Ansatz ihrer Jugend zurück. Elina Brotherus schloss ihr Studium der Fotografie an der University of Art and Design Helsinki (jetzt Aalto University) mit einem Master of Arts ab. Von der University of Helsinki erhielt sie zuvor ein Master of Science in Chemie.

Sie wurde mit dem Prix Niépce of Gens d’Image, Frankreich (2005), dem Finnish State Prize for Photography (2008), dem Scandinavian Carnegie Award’s Young Artist’s Scolarship (2004), dem Prix Mosaïque of Centre National de l’Audiovisuel, Luxemburg (2001) und dem Fotofinlandia Award (2000) ausgezeichnet. Elina Brotherus hat vier Monografien veröffentlicht, darunter Artist and her Model im Jahr 2012. Seit 1997 wurden ihre Ausstellungen in Institutionen, wie MAXXI, Rom; ARTER, Istanbul; The National Art Center, Tokio; Louisiana Museum of Modern Art, Dänemark; Kiasma Museum of Contemporary Art, Helsinki; Hasselblad Center, Göteburg; Saatchi Gallery, London; Biennale of Sydney und Istanbul Biennial.

Elina Brotherus lebt und arbeitet in Finnland und Frankreich.
http://www.elinabrotherus.com

Elina Brotherus Seite 149, Annonciation 30, Last One in My Line, 2012
Elina Brotherus Seite 149, Annonciation 30, Last One in My Line, 2012

Die hier gezeigten Fotos von Elina Brotherus stammen aus diesem Bildband:

The Helsinki School - From the Past to the FutureThe Helsinki School
From the Past to the Future

Texte von Alistair Hicks, Timothy Persons, Lyle Rexer, Christoph Tannert, Gestaltung von Hannes Aechter
HatjeCantz, 2014
256 Seiten, 39,80 Euro
ISBN 9783775739016
http://www.hatjecantz.de/the-helsinki-school-6258-0.html

Annonciation 10, 2011 From the series Annonciation (2009–13)
Elina Brotherus: Annonciation 10, 2011 From the series Annonciation (2009–13)

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