Handbuch des Fotojournalismus

Handbuch des Fotojournalismus

Handbuch des FotojournalismusLars Bauernschmitt
und Michael Ebert:

Handbuch des Fotojournalismus
Geschichte, Ausdrucksformen, Einsatzgebiete und Praxis

dpunkt-Verlag 2015
440 Seiten, 39,90 Euro
ISBN 9783898648349
Welche Berufsaussichten haben Fotojournalisten? Wo kann man Fotojournalismus studieren? Wie kann man sich als Fotograf fortbilden? Welche Netzwerke taugen für Einzelkämpfer? Antworten auf solche Fragen hätte ich von dem seit 2012 angekündigten und nun endlich erschienenen Handbuch aus der Feder von Lars Bauernschmitt (DGPh), Professor für Fotojournalismus an der Hochschule Hannover, und dem Fotografen Michael Ebert (DGPh) erwartet.
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Handbuch des Fotojournalismus

Berufswissen für Fotojournalisten mit hohem Nostalgiefaktor
Das sorgfältig gestaltete Buch hatte ich nach dem Auspacken zufällig von hinten nach vorne durchgeblättert, und so ist mir erst am Ende der kurzweiligen Sichtung aufgegangen, dass hier mit 100 Seiten wehmütiger Rückschau ins Thema eingestiegen wird (Kapitel 1: Die frühen Pioniere, Kapitel 2: Das erste goldene Zeitalter des Fotojournalismus , Kapitel 3: Die Ära der großen Bilder), bevor ab Seite 111 mit dem Kapitel 4 (Bildjournalistische Ausdrucksformen und -mittel) endlich über die Sache selbst geschrieben wird.

»In 55 Beiträgen liefern Lars Bauernschmitt und Michael Ebert einen Abriss über die Geschichte des Fotojournalismus von seinen Anfängen bis heute und geben einen Einblick in die wesentlichen fotojournalistischen Sujets. Neben grundlegenden Informationen zu den wichtigsten Erzählformen behandelt das Buch rechtliche, wirtschaftliche und berufspraktische Themen.« (Verlagsinfo)

Das Buch folgt keinem inneren Sachzusammenhang und wurde als Materialsammlung gestaltet, so dass seine Lektüre an beliebiger Stelle aufgenommen und abgebrochen werden kann. Das Lesebändchen hierfür hat der Buchgestalter gespart. Auch die bei diesem Thema angeratene Trennung des Index in ein Personenregister und ein Sachwortregister vermisst der interessierte Leser mit Bedauern. Personen sucht man besser mit Hilfe der PDF-Version des Handbuchs, »Barbara Klemm«, »Herlinde Koelbl« und »Andreas Herzau« kommen zum Beispiel im Sachregister nicht vor.

Addon zum Buch: Der dpunkt-Verlag bietet auf seiner Website die Möglichkeit, für kleines Geld zusätzlich zum gedruckten Buch eine PDF-Version zu erwerben. Allen Fotostudenten möchte ich diese Ergänzung wärmstens empfehlen, denn das Buch-PDF erleichtert die Arbeit mit dem Wälzer ungemein.

Das zwar umfangreiche, jedoch unkommentierte Literaturverzeichnis im Anhang enthält auch wichtige Titel, auf die im Text selbst keinerlei Bezug genommen wurde, zum Beispiel »Koelbl, Herlinde: Die Meute. Macht und Ohnmacht der Medien, München 2001« und »Grittmann, Elke: Das politische Bild. Fotojournalismus und Pressefotografie in Theorie und Empirie, Köln 2007«, sowie die »üblichen Verdächtigen«: Ansel Adams, Roland Barthes, Walter Benjamin, Andreas Feininger, Gisèle Freud, John Hedgecoe, Hans-Michael Koetzle, Rolf H. Krauss, Harald Mante, Jost J. Marchesi, Wolfgang Maaßen, Michael Ruetz, Rolf Sachsse und Susan Sontag. Viele der aufgelisteten Titel sind nur noch antiquarisch erhältlich oder in der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt oder Leipzig anzusehen. Beispiele:

Nebenbei ein Hinweis zur Arbeit in der Deutschen Nationalbibliothek: Wer für die Nutzung im Lesesaal mehr als 10 Titel bestellen möchte, sollte dies vorher telefonisch abklären und hierfür eine Sondergenehmigung einholen. Ansonsten muss man portionsweise arbeiten und stundenlange Pausen zwischen Rückgabe und Neubestellung weiterer Bücher einkalkulieren.

Beispiel für eine typische Bestellliste, die vorab online erarbeitet werden kann:
dnb-bestellliste-10-titel.pdf (1 Seite, 70 KB)

Citavi-Projekt: Fotojournalismus

Wir haben zum »Handbuch des Fotojournalismus« ein neues Citavi-Projekt angelegt, in dem wir Zitate, Rezensionen und weitere wichtige Quellen zum Thema »Fotojournalismus in Deutschland« zusammentragen. Das Projekt stellen wir in der jeweils aktuellen Fassung als Unterrischtsmaterial zur Verfügung:

citavi-projekt-fotojournalismus-handbuch-stand-2015-10-20.zip

Können Ihre Absolventen vom Fotojournalismus leben?
Können Ihre Absolventen vom Fotojournalismus leben?

Können Ihre Absolventen vom Fotojournalismus leben?
»Natürlich nicht alle, das ist ähnlich wie in anderen Berufen, besonders jenen, die zum großen Teil auf freiberuflicher Tätigkeit beruhen. Man kann aber sagen, dass jene, die schon während des Studiums engagiert und gut gearbeitet haben, es auch schaffen. Zu dieser Gruppe würde ich etwa 70% rechnen, verteilt auf mehrere Berufsfelder. Wir haben auch einige Absolventen, die nicht aktiv fotografieren, sondern in Redaktionen oder in Fotoagenturen als Bildredakteure arbeiten.« (Interview: Fünf Fragen an Rolf Nobel, S.402)

Verlagsinfos zum Buch

»Fotojournalisten tragen die Welt in die Wohnzimmer. Kein Ereignis, keine gesellschaftliche Veränderung, die nicht im Bild festgehalten und durch das Bild publik gemacht würde. Was wir über die Welt wissen, vermittelt sich uns vorwiegend über Fotos. Fotos steuern unsere Wahrnehmung und entscheiden darüber, wie wir Geschehen rezipieren und an welche Ereignisse wir uns in Zukunft erinnern werden. Die Bedeutung von Fotos in der Mediengesellschaft ist größer als jemals zuvor. Das Informationszeitalter gehört denen, die Bilder lesen können.«

Aus dem Inhalt
– Die Ära der großen Bilder
– Bildjournalistische Ausdrucksformen
– Kriegsfotografie – der Tod als ständiger Begleiter
– Bildjournalismus in digitalen Zeiten
– Der Markt der Bilder
– Lokaljournalismus – Abenteuer vor der eigenen Haustür
– Die digitale Dunkelkammer
– Politik – Im Schatten der Kanzler
– Fotojournalismus in PR und Öffentlichkeitsarbeit
– Fotojournalismus und Recht

»In 18 Interviews erklären Fotografen, Bildredakteure und Kenner der Szene die Entwicklungen im Fotojournalismus aus ihrer jeweils ganz persönlichen Perspektive und verraten, wo sich neue Betätigungsfelder auftun und wie sich die aktuellen Veränderungen nutzen lassen.«(Verlagsinfo)

Die Autoren

Lars Bauernschmitt
Lars Bauernschmitt ist seit 2008 Professor für Fotojournalismus an der Hochschule Hannover, seit 1997 Mitglied in der Deutschen Gesellschaft für Photographie (DGPh).
Einige seiner Beiträge sind auszugsweise bereits in der Zeitschrift »Pictorial« sowie dem »Handbuch der Bildagenturen« und dem »BFF Handbuch Basiswissen« erschienen: Fünf Fragen an Gerd Ludwig (Pictorial 5/2014), Die Paparazzi (Pictorial 2/2012), Politik – Im Schatten der Macht (Pictorial 4/2010), Fotojournalismus in PR und Öffentlichkeitsarbeit (Pictorial 2/2014; 4/2013), Die Zusammenarbeit von Fotograf und Agentur (Handbuch der Bildagenturen 2003 bis 2011, BFF Handbuch Basiswissen 2010)
http://www.larsbauernschmitt.de
http://www.larsbauernschmitt.de/artikel
http://d-nb.info/gnd/123116325
http://d-nb.info/gnd/1077775237
http://f3.hs-hannover.de/personen/lehrende/
bauernschmitt-lars-prof/index.html

https://www.xing.com/profile/Lars_Bauernschmitt

Ziel der Ausbildung am Studiengang Fotojournalismus
»Ziel der Ausbildung am Studiengang Fotojournalismus und Dokumentarfotografie der Hochschule Hannover ist die Vorbereitung auf eine berufliche Tätigkeit im Bereich der publizistischen Fotografie. Die Absolventinnen und Absolventen sollen nach ihrer Ausbildung mit dem Erlernten ihren Lebensunterhalt bestreiten können. Dieses Ziel verfolgt der Studiengang Fotojournalismus und Dokumentarfotografie mit einem sehr profilierten Ausbildungskonzept. […]
Im Zuge der Akkreditierung des Studiengangs Fotojournalismus und Dokumentarfotografie haben mein Kollege Rolf Nobel und ich den Lehrplan neu geschrieben und den veränderten Publikationsbedingungen angepasst. Unsere Studenten erlernen neben der Reportage-Fotografie auch Print- und Online-Layout, journalistisches Schreiben, Grundlagen des filmischen Erzählens und Online-Publizieren.«

http://www.larsbauernschmitt.de/lehre

Lars Bauernschmitt and Alfred Büllesbach:
Plus 49 – VISUM
http://d-nb.info/962198862

Michael Ebert
Michael Ebert ist ein deutscher Fotograf und Hochschuldozent. Er ist außerdem als Kurator und Autor tätig. 1994 wurde Ebert in die Deutsche Gesellschaft für Photographie (DGPh) berufen und ist seit 1997 Mitglied der Bildagentur VISUM.
http://www.michaelebert.de
http://d-nb.info/gnd/142532835
https://de.wikipedia.org/wiki/Michael_Ebert_%28Fotograf%29
Michael Ebert und Sandra Abend:
Fotografieren für Kinder, dpunkt 2014
ISBN 978-3-86490-174-4
http://d-nb.info/1003633269

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