Frankfurt: Fotofestival RAY 2012 – Making History

fotofestival-ray-2012 April bis Oktober 2012 im Rhein-Main-Gebiet
Fotofestival RAY 2012
»RAY 2012« besteht aus der über mehrere Standorte verteilten Hauptausstellung »Making History« in Frankfurt und Satellitenausstellungen in der Region sowie zahlreichen Fotoprojekten, Fotoworkshops und einem Vortragsprogramm. »RAY 2012« ist eine Kooperation von Art Collection Deutsche Börse, Darmstädter Tage der Fotografie, DZ BANK Kunstsammlung, Fotografie Forum Frankfurt, Frankfurter Kunstverein, MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main und Städel Museum.
Warum nennt sich das Fotofestival »RAY«? »RAY« versteht sich unbescheiden als kulturelles Leuchtturmprojekt, das seinen Lichtstrahl weit über die Region hinauswerfen möchte.

 

Fotoausstellung: Making History

Bis zum 08.07.2012 werden auf über 2150 Quadratmetern im Frankfurter Kunstverein, im MMK Museum für Moderne Kunst, im MMK Zollamt und im öffentlichen Raum herausragende internationale Positionen zeitgenössischer Fotografie und Videokunst präsentiert.

Making History - Pressekonferenz zur Eröffnung der Ausstellung

Making History - Pressekonferenz zur Eröffnung der Ausstellung

Arbeiten von 38 Künstlern aus zwölf Ländern setzen sich aus unterschiedlichen Perspektiven mit dem Historienbild der Gegenwart auseinander. Dreizehn sind zum ersten Mal in Deutschland zu sehen. Sie beschäftigen sich mit der Beeinflussung von Realität durch Medienbilder, indem sie Formen der Reportage, der Inszenierung und der fiktiven Erzählung in ihren Arbeiten nutzen.

Jeder der drei Ausstellungsorte von Making History setzt einen anderen inhaltlichen Schwerpunkt. Im Kunstverein sind Werke ausgestellt, die sich insbesondere mit Medienbildern und Phänomenen der Verbreitung von Ereignissen über die Medien beschäftigen. Peter Piller zeigt beispielsweise mit seinem Archiv von Zeitungsfotos auf, welche bildlichen Stereotypen die Regionalpresse in ihrer Nachrichtenproduktion immer wieder verwendet. Der vor allem als Celebrity-Fotograf bekannte David LaChapelle zeigt die zu einem zeitgenössischen Historienbild umgedeutete mythologische Darstellung der Götter Mars und Venus. Viktoria Binschtok rückt in ihrer Serie Suspicious Minds die ansonsten im Hintergrund wirkenden Begleiter von Politikern ins Zentrum. Gezeigt wird auch, wie durch die Verbreitung der immer gleichen Bilder von Fotoagenturen Geschichtsschreibung entsteht.

Das MMK befasst sich in seinem Ausstellungsteil mit der Rekonstruktion von Geschichte. Die Skulpturen eines Gustav Metzgers konfrontieren den Betrachter mit einer dreidimensionalen Präsenz historischer Pressebilder. Jeff Walls großformatiger Leuchtkasten Restoration eröffnet einen Blick in das Luzerner Bourbaki Panorama, einer frühen Form der wirklichkeitsgetreuen Nachbildung eines Geschichtsereignisses. Andere Arbeiten konstruieren Geschichte durch ein akribisches Zusammenstellen und Inszenieren nicht-existierender fotografischer Bilder, so auch im Falle der Installation Embassy von Thomas Demand. Das Schweizer Künstlerpaar Köhle/Vermot fächert Archivbilder in ihre räumlichen wie inhaltlichen Entstehungszusammenhänge auf. Walid Raad/The Atlas Group thematisiert mit der Arbeit Secrets in the Open Sea das Verschwinden des Bildes und seiner Beweiskraft im Kontext des libanesischen Bürgerkriegs.

Making History - Pressekonferenz zur Eröffnung der Ausstellung

Making History - Pressekonferenz zur Eröffnung der Ausstellung

Im MMK Zollamt geht es vor allem um die Stilisierungen und Zerrbilder in der Werbe-, Glamour- und Paparazzifotografie. Die Kodierung von Medienbildern wird dabei mit unterschiedlichen künstlerischen Techniken dechiffriert und offengelegt. In den multimedialen Installationen von Armin Linke stehen italienische Paparazzi-Fotografien im Vordergrund. Bereits in den 1980er Jahren hat Oliviero Toscani mit seiner Kampagne für Benetton so öffentlich wirksam wie niemand zuvor die Frage nach moralischen Grenzen der Bildverwertung gestellt. In Auszügen wird diese Kampagne im MMK Zollamt zu sehen sein.

Zwei Projekte im öffentlichen Raum von Michael Wolf und Frank Schramm verbinden die drei Ausstellungsorte von Making History und zeigen Künstler, deren Arbeiten sich mit verschiedenen Formen des öffentlichen Bildraums befassen.

Making History kostet an allen drei Ausstellungsorten 8 Euro Eintritt, ermäßigt 4 Euro. Die Öffnungszeiten sind einheitlich von Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr und am Mittwoch von 10 bis 20 Uhr. Montags ist geschlossen.
http://ray2012.de
Text: Aus einer Pressemeldung der Stadt Frankfurt vom 19.04.2012

Making History - Pressekonferenz zur Eröffnung der Ausstellung

Making History - Pressekonferenz zur Eröffnung der Ausstellung

Über das Fotofestival RAY 2012

Das neue Fotografieprojekte RAY zeigt in Frankfurt Rhein-Main herausragende, internationale Positionen der zeitgenössischen Fotografie und Videokunst. Auf Initiative des Kulturfonds Frankfurt RheinMain haben sich neun renommierte Institutionen zu dieser Kooperation zusammengeschlossen: Die Art Collection Deutsche Börse, die Darmstädter Tage der Fotografie, die DZ BANK Kunstsammlung, das Fotografie Forum Frankfurt, der Frankfurter Kunstverein, die Marta Hoepffner-Gesellschaft für Fotografie e.V. Hofheim, das MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main, die Opelvillen Rüsselsheim und das Städel Museum.

RAY Fotografieprojekte Frankfurt/RheinMain
Förderkreis Fotografie Forum Frankfurt e.V.
Weißfrauenstraße 1
D-60311 Frankfurt
http://www.ray2012.de

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