Barbara Klemm war seit 1959 für die Frankfurter Allgemeine Zeitung tätig, seit 1970 als Redaktionsfotografin.

Barbara Klemm

Barbara KlemmBarbara Klemm:
Fotografien 1968-2013

Der Bildband erscheint begleitend zur großen Retrospektive im Martin-Gropius-Bau, Berlin, und bietet einen faszinierenden Querschnitt durch Barbara Klemms einzigartiges Werk.
mit 250 Abbildungen in Duoton
mit Texte von Michael Koetzle und Durs Grünbein
Nimbus Verlag 2013
Leinen mit Schutzumschlag
320 Seiten, EUR 48,00
ISBN 978-3907142936
>>> mehr zum Buch bei Amazon.de
>>> mehr zum Buch beim Nimbus Verlag

Archiv: Barbara Klemm Werkschau

Für den Martin-Gropius-Bau entwickelt die renommierte Fotografin eine große retrospektive Werkschau. Arbeiten aus fünf Jahrzehnten stehen im Mittelpunkt der Ausstellung. Sie umfasst etwa 300 Exponate und stellt das gesamte Spektrum ihres Schaffens seit 1968 vor: politische Ereignisse, Studentenunruhen und Bürgerinitiativen, Szenen aus dem geteilten und aus dem wiedervereinigten Deutschland, Alltagsszenen und Straßensituationen aus allen Erd­teilen, einfühlsame Portraits von Künstlern, Schriftstellern, Musikern und Menschen im Museum.

Barbara Klemm ist neugierig – vor allem auf Menschen. Ihnen gilt ihr Interesse. Ob in den Reportagebildern, denen man nur deshalb nicht ansieht, dass sie Portraits sind, weil man die abgebildeten Personen nicht kennt oder in den vielen Künstlerportraits, denen sie sich in den 1980er Jahren widmet. Es sind Aufnahmen, die Distanz zeigen und gleichzeitig Einstellung, Werk und Charakter des Künstlers durchschimmern lassen. Barbara Klemm hat berühmte Personen der Kunstwelt fotografiert, darunter Janis Joplin, Mick Jagger, Andy Warhol, Neo Rauch, Gerhard Richter, Richard Serra, Friedrich Dürrenmatt, Thomas Bernhard, Herta Müller und Joseph Beuys.

bis 09.03.2014 Barbara Klemm Retrospektive
Martin-Gropius-Bau Berlin

Niederkirchnerstraße 7
D-10963 Berlin
http://www.gropiusbau.de

Vita: Barbara Klemm

Die Tochter des Malers Fritz Klemm ist 1939 in Münster geboren, wuchs in Karlsruhe auf und erhielt dort ihre Fotografieausbildung. Von 1959 bis 2004 arbeitete sie für die Frankfurter Allgemeine Zeitung, seit 1970 als Redaktionsfotografin mit den Schwerpunkten Politik und Feuilleton. Ihr erstes politisches Großereignis waren die Ostvertragsverhandlungen zwischen Breschnew und Brandt. Das Foto mit dem unspektakulären Titel Leonid Breschnew, Willy Brandt, Bonn 1973 ging um die Welt. Scheinbar unbeobachtet verhandeln Breschnew und Brandt umgeben von Übersetzern und Beratern. Die Kamera wird nicht wahrgenommen. Klemm hält einen intimen Moment fest, der wie kaum ein anderer sinnbildlich für die Ostverträge und die gesamte politische Entwicklung der 1970er stand. Die Augenblicksaufnahme besticht durch ihre Lebendigkeit, ihren überraschenden Moment und ihre formale und kompositorische Ausgewogenheit.

Klemm versteht es auf einzigartige Weise, Bildausschnitt und Bildinhalt mit formalen Kriterien wie Struktur, Bildkomposition und Perspektive zu verknüpfen. Ihre Arbeiten sind meist neutral mit Namen, Ort und der Jahreszahl betitelt. Ein Zeichen, dass sie sich als übergeordnete, neutrale Beobachterin sieht.

Von 1952 bis 1999 erschien die legendäre Tiefdruckbeilage der FAZ, ein Magazin, das immer samstags unter dem Titel Bilder und Zeiten erschien, oft mit Titelaufnahmen von Barbara Klemm. In der Ausstellung werden circa 70 thematisch sortierte Beilagen zu sehen sein. Sie dokumentieren ein Stück Zeitungsgeschichte.

Barbara Klemm zählt aber nicht nur zu den bedeutenden Pressefotografen im Nachkriegs-Deutschland, sie gehört auch zu den wenigen Vertretern ihres Metiers, die aus dem Fotojournalismus eine eigene Kunst entwickelt haben. Ihre konsequent in Schwarz-Weiß realisierten Bilder sind weit mehr als für den Tag gemacht. Es sind Aufnahmen mit Gespür für das Wesentliche, die zu den Ikonen der Zeitgeschichte werden. Dabei gilt ihr Interesse nicht der Sensation, vielmehr zeichnet sich ihr Werk gerade durch Respekt und Diskretion, durch Anteilnahme und ein untrügliches Gespür für den ausdrucksstärksten Moment aus.

Mit dieser Ausstellung wird das weltweit ausgreifende Werk der großen Fotografin gewürdigt.

Barbara Klemm war seit 1959 für die Frankfurter Allgemeine Zeitung tätig, seit 1970 als Redaktionsfotografin.
Barbara Klemm war seit 1959 für die Frankfurter Allgemeine Zeitung tätig, seit 1970 als Redaktionsfotografin.

Archiv: Vortrag von Barbara Klemm

»Journalistische Arbeit von 1970 bis 2000«
In ihrem Vortrag spricht Barbara Klemm über ihre Arbeiten, die in ihrer Zeit als Redaktionsfotografin der FAZ entstanden sind.
Barbara Klemm hat wie kaum eine andere deutsche Fotografin
unsere Zeitgeschichte begleitet. Ihre Fotografien zeichnen sich durch ein Gespür für das Wesentliche aus und bestechen durch das Einfühlungsvermögen der Fotografin und ihr untrügliches Gespür für den ausdrucksstärksten Moment.
Veranstalter: Freie Kunstakademie Frankfurt e. V.
Der Vortrag findet am Montag, den 16. Januar 2017 in den Unterrichtsräumen der Freien Kunstakademie Frankfurt in der Schmidtstraße 12, 60326 Frankfurt statt und beginnt um 19 Uhr.
Der Eintritt ist frei!
http://www.fkaf.de

Weitere Beiträge